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  • Abbildung: Aufkleber für Aktionen an der Ginsburg, 2018. (c) Verein zur Erhaltung der Ginsburg e.V.

Von der Festung zur Edelruine

Die Ginsburg in Hilchenbach-Grund


Sie war einmal eine wichtige Festung. Hoch auf einem Berg gelegen, sicherte sie die Grenze des Gebiets der Grafen von Nassau. Sie war Sitz des Gerichts. Die Ginsburg - schon im Jahr 1292 tauchte sie erstmals in Urkunden auf. Später wurde sie ausgebaut, weiter befestigt und modernisiert.

Doch irgendwann im Lauf der Jahrhunderte ging es bergab mit ihr. Militärisch war sie nicht mehr zu gebrauchen, die Burg hatte ihre Dienste getan. Niemand wollte mehr Geld für sie ausgeben und so verfiel sie Stück für Stück. Am Ende ließ die preußische Forstverwaltung das alte Gemäuer einreißen, zuschütten und einebnen: Ende, Aus.

Das zweite Leben der alten Burg begann mit neugierigen Forschern. Sie fingen an zu messen und zu graben und schließlich waren die Grundmauern der Burg wieder freigelegt. Was da zu Tage trat, muss Eindruck gemacht haben. Sonst wäre wohl kaum jemand auf die Idee gekommen, den Hauptturm wieder auf zu mauern.

Ein Masterplan für die Niederlande

War es eine Verschwörung? Ein simpler Kriegsrat oder vielleicht ein genialer Plan? Fest steht: Vom 31. März bis zum 2. April 1568 fanden auf der Ginsburg geheime Verhandlungen statt, an denen ein gewisser Wilhelm I. von Oranien-Nassau teilnahm. Wenig später sammelten sich seine Soldaten. Als sie loszogen, begann ein Krieg, der achtzig Jahre dauern sollte. Am Ende war das Ziel erreicht: Die Niederlande waren ein unabhängiger Staat, ihre spanischen Besatzer besiegt.

Die Ginsburg und ihr Turm mitten im Siegerland sind heute eine Gedenkstätte niederländischer Geschichte. Sie schicken die Gedanken auf Reisen durch Europa. Wie Denkmäler so sind.