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  • Gelsenkirchen Musiktheater im Revier (MiR) | Foto: Hartwig Dülberg (c) LWL-DLBW

  • Gelsenkirchen Musiktheater im Revier (MiR) | Foto: Hartwig Dülberg (c) LWL-DLBW

  • Gelsenkirchen Musiktheater im Revier (MiR) | Foto: Hartwig Dülberg (c) LWL-DLBW

  • Gelsenkirchen Musiktheater im Revier (MiR) | Foto: Hartmut Ochsmann (c) LWL-DLBW

Gelsenkirchen: Das Musiktheater im Revier

"Es lebe die europäische Situation!"


Am Kennedyplatz im Zentrum der Stadt Gelsenkirchen steht das bedeutende Musiktheater im Revier (MiR). Es wurde am 15. Dezember 1959 eröffnet und zählt heute zu den bedeutendsten Theaterbauten der Nachkriegszeit. Der Entwurf des großen Gebäudekomplexes geht zurück auf Werner Ruhnau, der nicht nur ein architektonisch spannendes Gebäude schaffen wollte, sondern Architektur und Kunst verbinden wollte.

Große Glasflächen öffnen das Gebäude zur Stadt hin und so kann man von außen durch die Glasfassade in das Foyer mit großen blauen Reliefs sehen. Der französische Maler und Bildhauer hat dafür ein spezielles Ultramarinblau entwickelt, das später den Namen „Gelsenkirchener Blau“ bekam. Außerdem wurden noch viele andere Kunstwerke von nationalen und internationalen Künstlern am und im Theatergebäude von Beginn in den Bau eingeplant. Neben dem Franzosen Klein erhielten auch der Engländer Robert Adams, sowie die beiden deutschen Bildhauer Norbert Kricke und Paul Dierkes Aufträge. Später fertigte noch der schweizerische Künstler Jean Tinguely ein Kunstwerk für das Theater, der zunächst nur als Dolmetscher für die Kommunikation mit Yves Klein engagiert war.

Ruhnau war es wichtig, dass die Künstler von Beginn an in seine Planungen mit eingebunden wurden. Deshalb wurde für die Künstler aus verschiedenen Ländern Europas während der Bauzeit ein Haus zur Verfügung gestellt, indem die Künstler in unmittelbarer Nähe zur Baustelle gemeinsam leben konnten. Auf diese Weise wurden mit dem Bau des Musiktheaters nicht nur architektonisch Grenzen aufgehoben, sondern auch europäisch. Begeistert schrieb Yves Klein in einem seiner Briefe an Werner Ruhnau: „Es lebe die europäische Situation, es lebe das Theater in Gelsenkirchen!“ (Autorin: Julia Bystron)