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  • Forum Stadtmittelpunkt Castrop-Rauxel | Foto: Meike Leyde (c) LWL-DLBW

  • Forum Stadtmittelpunkt Castrop-Rauxel | Foto: Ulrich Barth (c) LWL-DLBW

  • Forum Stadtmittelpunkt Castrop-Rauxel | Foto: Ulrich Barth (c) LWL-DLBW

So modern wie es geht

Das Forum Stadtmittelpunkt in Castrop-Rauxel


Ein Rathaus, eine Stadthalle und eine Sporthalle sollten es sein – alles neu und alles so modern wie es eben ging. In Castrop-Rauxel wussten sie 1962, was sie wollten. Aufbruch. Fortschritt. Neue Zeit. Mutig und entschlossen bauten sie sich das neue Zentrum für Kultur und Politik als neue Mitte für die rasch wachsende Stadt, das Forum Stadtmittelpunkt Castrop-Rauxel.

Es sollte etwas Besonderes werden. Etwas, wofür es noch kein Beispiel gab. Und so heuerten sie Arne Jacobsen an, den Top-Architekten aus Kopenhagen. Der stand für Modernität schlechthin. Was er plante, wurde schwungvoll und sachlich schön. Für das Castrop-Rauxeler Forum ließ er sich Dächer einfallen, die an Pylonen hingen. Hängende Dächer – sensationell. „Sprungschanze“ nannte man sie bald im Ruhrgebiet, ein Hingucker bis heute.

Die Stadt bricht nach Europa auf

Kann eine Stadt europäischer sein? Die erste Partnerschaft zwischen europäischen Städten schloss schon 1949 Wakefield in England – mit Castrop-Rauxel. Im Jahr darauf stimmten die Bürger ab, frei, geheim und mit einer Beteiligung von 96 Prozent. Für ein Vereinigtes Europa bei Aufgabe der eigenen Staatshoheit stimmten Dreiviertel der Wahlberechtigten – in Castrop-Rauxel. Der Europarat bedankte sich 1962 für „gute, den europäischen Völkern und deren Frieden dienende Arbeit“ bei den Bürgern – von Castrop-Rauxel.

„Europastadt“ heißt und ist Castrop-Rauxel seitdem. Städtepartner in Polen, Frankreich, Finnland und den Niederlanden sind dazu gekommen. Hier wird Europa wirklich gelebt, hier findet Europa in lebendigem Austausch statt, beispielhaft. Und selbstverständlich heißt die große Halle in Castrop-Rauxels Forum, die Mitte der Mitte „Europahalle“. Wie auch sonst?